Schlagwort-Archiv: zeitgenössische Kunst

Zweite „C.A.R. – contemporary art ruhr“ für dieses Jahr
(+ Rückblick auf die erste)

Die „C.A.R. – contemporary art ruhr“ findet jedes Jahr zweimal auf Zollverein statt: Einmal im Sommer mit dem Schwerpunkt Medienkunst + Fotografie (ich berichtete 2012 schon darüber) und einmal im Herbst als innovative Kunstmesse für alle Sparten. Im Juni dieses Jahres war ich mit Sven bei der Sommerausgabe und es gab wieder reichlich Kunst zu entdecken. Da nun vom 24. bis 26. Oktober 2014 die Herbstmesse vor der Tür steht, ist dies genau der richtige Zeitpunkt, um mit einem kleinen Rückblick auf die Sommerausgabe, die Lust auf einen Besuch zu wecken. Da Sven unseren Besuch im Juni schon so wunderbar zusammengefasst hat, folgt nun mit seiner Erlaubnis sein Blogeintrag vom 01.06.2014:

2014-06-01 contemporary art ruhr: (new media) and cosmic stars

contemporary art ruhr opens again, this time at the brutally beautiful sanaa building, which you might remember from the recent sichtwerk showings in the last years. photography and (new) media are the core disciplines for the three days lasting art fair.
you might know that my view on it remains sceptical, but i´m always willing to be convinced. to come up with the punchline first: the absolute star at the opening night was the setting sun sending its red light in horizotnal rays into the sanaa building (after a week of grey skies).
the fair itself presents galleries, artists and students dealing with these modern production methods. there is a lot to discover, different levels in quality of course, some great ways to use technology leading to great artworks some less interesting stuff. once again it is proven, as modern technology terminates the ductus, the conceptual approach is even more important and tells a great from an odd piece.
i´d like to show some highlights, i apologise for not being able to tell every artists´name (the c.a.r. site is not helpful at all), if you want me to add a certain name, feel free to drop me a line.

Sanaa-Gebäude, Zollverein the sanaa building in summer eve light welcoming visitors.

Sound-Installation by Dina Boswank
a great sound installation making noises of someone walking on the way you actually walk on, then you realize that you are synchronizing with the rhythm… this is a work by dina boswank. (thanks a lot for mailing and handing in the credits!)

Installation by Valentina Boneva

valentina boneva from romania shows a visitor triggered audiovisual piece somewhere between alpine voodoo and digital exorcism, a great piece soaking you in. a great mixture between video, drawing, generative imagery and sound design.

MILZ (simon deeg and andreas picker) installed a piece that truly hits the core of today´s celebrity cult: a van driven apparatus reproducing marilyn monroe´s signiture over and over gain. hi-tech for all, appearing simple and genius at the same time, ironic and threatening.

featuring artists from south korea has a long tradition for the c.a.r., and these artists always set a high level. yang-ho kim and yoon kyung oh show photographs ink-jet printed on korean paper making these pictures look like drawings, seducing and always with a second look, blurrying the mediums.


lukas langguth shows another funny masterpiece. reminding of thomas struth´s museum photographs he shows the visitors more active while taking selfies of mona lisa and themselves. well, to make a selfie with his work seems only consequent! ‚#meandmona‘


a different way to deal with media art and a shifting perception: audrius mickevicius uses a video tape in a quite unusual way. (thanks again to dina boswank for telling the artist.)


a happy surprise, our friends from das gespinst present their graphic illustrations. the collective will release their magazin #4 on june 13. watch out dasgespinst.de.


at least some more impressions from the opening, myself lost between the impressions, the sunset outside and inside, and michaela in valentina boneva´s video installation.
we hope, you enjoy!

Wer nun Lust hat, der C.A.R. einen Besuch abzustatten, der findet alles Weitere unter www.contemporaryartruhr.de.
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C.A.R. – contemporary art ruhr
24.–26.10.2014
Eröffnung: Freitag, 24.10.2014, 20 Uhr
Öffnungszeiten:
Samstag: 12–20 Uhr
Sonntag: 11–19 Uhr
Eintritt: 12 €
Welterbe Zollverein, Gelsenkirchener Strasse 181, 45309 Essen

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Text: Michaela Best, Sven Piayda
Fotos: Sven Piayda

„Aus dem Leben der Tische“

Der Tisch, ein alltäglicher Gegenstand, den wir jeden Tag auf die vielfältigsten Arten verwenden. Als Esstisch, Wohnzimmertisch, Nachttisch, Schreibtisch oder Beistelltisch erfüllt er seine Funktion mehr oder weniger beachtet in unseren Haushalten. Er ist immer da und doch nehmen wir ihn kaum noch direkt wahr. Zeit, den Blick ganz direkt auf das Objekt „Tisch“ und die damit verbundene Kultur zu lenken.

Dieser Aufgabe stellten sich 23 zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler, deren Werke ab kommenden Sonntag, den 17.6.2012, in der Ausstellung „Aus dem Leben der Tische“ im Museum Abtei Liesborn zu sehen sein werden.

Alle Werke beziehen sich auf den Tisch, den Mittelpunkt des Lebens, an dem so viele verschiedene Tätigkeiten ausgeführt werden, dass sie nicht alle benannt werden können. Berühmte Werke aus der Kunstgeschichte, wie das ‚Abendmahl’ von Leonardo da Vinci oder ‚Die Kartoffelesser’ von Vincent van Gogh, zeigen am Tisch versammelt Menschen bei einem gemeinsamen Mahl oder Essen. Diese beiden Bilder markieren die Entwicklung vom christlich bestimmten zu einem bürgerlichen Tisch. Und in der zeitgenössischen Kunst sind die Themen vielfältig, vom Schulleben über den Küchentisch bis hin zu mythologischen Inhalten.
(Quelle: www.museum-abtei-liesborn.de)

Folgende Künstler sind vertreten:

Ute Bartel (Objekte)
Erika Bialowons (Fotografie)
Ruth Bleakley-Thiessen (Grafik)
Corrie Dressler (Malerei)
Iven Einszehn (Installation)
Silvia Fassel (Skulptur/Installation)
Andrea Froneck-Kramer (Fotografie)
Michael Grossmann (Malerei und Grafik)
Sylvie Hauptvogel (Fotografie und Installation)
Birte Horn (Grafik)
Jae-Eun Jung (Malerei)
Matthias Langer (Fotografie)
Natalia Medebach (Fotografie/Installation)
Christa Niestrath (Installation)
Rita Oerters (Installation)
Sven Piayda (Video)
Barbara Räderscheidt (Installation)
Valerie Schmidt (Fotografie)
Elke Seppmann (Installation)
Charlotte von Elm (Installation)

Die Ausstellungseröffnung findet am 17.6.2012 um 11 Uhr statt. Währenddessen wird die Künstlerin Marion Tischler mit ihrer Aktion „Kunst am Bauch“ ihren mobilen Kunstkiosk „Kunst S:nack“ präsentieren.

Die Ausstellung läuft vom 17.6.–19.8.2012 und der Eintritt ist frei.

Öffnungszeiten:
Di – Fr.: 9 bis 12 Uhr und 14-17 Uhr
Samstag und Sonntag: 14 bis 17 Uhr Montags und an allen Feiertagen geschlossen

Wo? Museum Abtei Liesborn, Abteiring 8, 59329 Wadersloh-Liesborn

Verspäteter Rückblick: 11 aus 2011

Ricarda von 23qm Stil hat schon vor einiger Zeit Blogger dazu aufgerufen, ihre liebsten 11 Bilder aus 2011 zu posten. Diesem Aufruf möchte ich noch mit einiger Verspätung folgen, allerdings in etwas abgewandelter Form. Da ich erst in diesem Jahr angefangen habe zu bloggen, gibt mein Fotoverzeichnis noch nicht so viele tolle Bilder her; stattdessen gebe ich lieber einen kurzen Überblick über meine 11 liebsten in diesem Jahr besuchten Museen im Kurzformat – sortiert nach Beliebtheit :-).

Here we go:

1.

Platz Eins belegt ganz klar das MUDAM in Luxemburg! Idyllisch gelegen auf dem Kirchberg-Plateau neben dem Fort Thüngen bietet es einen grandiosen Ausblick. Dieses Museum gibt es erst seit fünfeinhalb Jahren, aber es steht schon jetzt für außergewöhnliche Ausstellungen zur zeitgenössischen Kunst. Neben vielen anderen Ausstellungen dieses Jahr dort gesehen und für großartig befunden: Out-of-Sync.

2.

Ganz knapp den ersten Platz verfehlt hat das Museum Boijmans Van Beuningen in Rotterdam. Eine fulminante Sammlung quer durch die Epochen wird komplettiert von ebenfalls zeitgenössischen Arbeiten, die es in sich haben. Am genialsten sind die Ausstellungen, die im Rotterdamer Hafen stattfinden, zu denen man erst einmal mit dem Wasserbus hinfahren muss. Dieses Jahr gesehen und am meisten beeindruckt: Elmgreen & Dragset, woher auch das Foto oben stammt.

3.

Ach, wie gerne fahren wir in den holländischen Nationalpark De Hoge Veluwe in Arnheim, nur um mit den „Witte Fietsen“ durch die wunderbare Landschaft zu brausen und den Ausflug mit einem Besuch des Kröller-Müller Museums zu krönen. Dieses Museum besticht durch seine Architektur, durch die sich Kunst und Natur auf eine sehr schöne Weise verbinden. Neben zeitgenössischen Wechselausstellungen beherbergt das Museum die zweitgrößte Van-Gogh-Sammlung der Welt nach Amsterdam.

4.

Begonnen hat mein Museumsjahr 2011 mit einem Besuch der Museen Haus Lange/Haus Esters in Krefeld. Entworfen von Mies van der Rohe zu einem relativ frühen Zeitpunkt seiner Schaffenszeit kann man in diesen ehemaligen Wohnhäusern schon spüren, was es mit seiner Idee der fließenden Räume auf sich hat. Für mich unvergessen (wenn auch nicht in diesem Jahr gesehen) ist die Ausstellung von Blaise Drummond, die sich so unglaublich gut in den bauhausschen Räumen präsentierte.

5.
Ganz neu entdeckt in den letzten Tagen des Jahres habe ich das Museum van Bommel van Dam in Venlo. Man kann also nicht nur zum Shoppen nach Venlo fahren, nein, es gibt dort auch ein ganz hübsches kleines Museum mit ausgewählten Arbeiten der niederländischen zeitgenössischen Kunst. Sehr empfehlenswert!

6.
Ebenfalls in den Niederlanden, genauer in Maastricht, liegt das Bonnefantenmuseum. Auch hier findet man sich in einer spannenden Architektur wieder; erbaut wurde das Gebäude von Aldo Rossi. Neben der Sammlung alter Kunst präsentiert das Museum zeitgenössische internationale Arbeiten bekannter Künstler wie Sol LeWitt, Richard Serra, Luc Tuymans, Bruce Naumann oder Gilbert & George.

7.
Damit auch mein liebes Ruhrgebiet nicht zu kurz kommt, findet sich auf Platz sieben die Ludwig Galerie Schloss Oberhausen. Hier konnte ich dieses Jahr nicht nur bei der Vernissage zur Roy-Lichtenstein-Ausstellung eine kleine Privatführung ergattern, sondern durfte am Glück meines Lieblingsmenschen teilhaben, der in 2011 dort seine Arbeit Roses (after Richter) präsentieren durfte.

8.

Das Casino Luxembourg liegt (anders als das MUDAM) direkt mitten in der Luxemburger Innenstadt. Ein kleines, aber feines Museum mit vielfältigen Ausstellungen zur jungen zeitgenössischen Kunst. Mit einem kleinen Hüpfer über die Straße ist man gleich an einem schönen Aussichtspunkt, von dem aus man den obigen herrlichen Blick genießen kann.

9.
Wenn man im Ruhrgebiet wohnt, darf  das Museum Folkwang natürlich nicht fehlen. Auch in diesem Jahr war ich hier mehrfach zu Besuch zu den unterschiedlichsten Ausstellungen. Sehr empfehlenswert sind die Videoscreenings, bei denen aktuelle junge Videokünstler vorgestellt werden. Ich will aber nicht unerwähnt lassen, dass ich nicht so begeistert bin von dem neuen Gebäude. Ich mochte das alte lieber.

10.
Die ganz großartige Jeff-Wall-Ausstellung „The Crooked Path“ konnte ich mir im BOZAR in Brüssel ansehen. Die Bilder waren sehr beeindruckend und die elektronische Führung aufschlussreich. Auf Platz 10 gelandet ist nicht die Ausstellung, sondern leider das Museum, denn arschkalte Räume und fehlende Kennzeichnung von Kunstwerken machten es uns etwas schwer, dieses Museum in unser Herz zu schließen. Aber wir kommen bestimmt trotzdem noch mal wieder.

11.
Und ebenfalls im Ruhrpott, genauer im Dortmunder U, findet man den Hartware MedienKunstVerein, in dem ich mir die Ausstellung zum Japan Media Arts Festival angeschaut habe.

Und somit ist ein abwechslungsreiches Museumsjahr zu Ende gegangen … ich bin gespannt, was 2012 auf mich/uns wartet! Ein gesundes, spannendes und aufregendes neues Jahr wünsche ich!