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Gastbeitrag: sleeping dogs … in bruges

Heute gibt es einen Gastbeitrag von Sven. Wie im letzten Post schon berichtet, waren wir vor einigen Wochen in Brügge, das uns als Stadt ja nur „so lala“ gefallen hat. Aber dann war da noch diese Sache mit dem Hund …

as you migth have already read, we had the chance to visit brugge (or bruges) some weeks ago, but we were not too enthusiastic about it. everybody tells that it is so great and beautiful, for us it appeared a little bit too crowded and not striking beautiful.
a lot of people said they wanted to go there because of the movie „in bruges“ (german title: „brügge sehen … und sterben?“) by martin mcdonagh. the movie is about two professional killers sent to bruges to wait for further instructions. here colin farrell portrays a character who is not very happy about being in this city, while his partner is fascinated of the medieval art and architecture. as they are boating through the reie, the movie comes up with some snapshot scenes to give some impressions of the city. and then we saw this funny pic of a dog in a window as pictured above.
wait a minute, i know this dog!

as i was going through the photographs taken in bruges i found the dog again, drowsy in the window. he must probably spend a lot of time there, back in 2008 when the film was shot and five years later when we saw him. maybe you can learn from that.
hollywood superstars are everywhere, so watch out!

(Svens Blog, seine Kunst, Musik und alle anderen Infos sind zu finden unter svenpiayda.com.)

 

Man sollte mal … Brügge besuchen

brugge_vonoben

Wenn man wie wir seinen Urlaub häufiger in den Niederlanden nahe der belgischen Grenze verbringt, so drängt sich ein Besuch Brügges ja quasi auf. Das wird einem auch immer mal wieder empfohlen. Schließlich ist Brügge ganz schön hübsch. So pittoresk. Das Venedig Belgiens. Sagen die anderen und das Stadtmarketing.

In der ersten Ferienwoche konnten wir uns dann selbst ein Bild davon machen, wie pittoresk [ich mag das Wort so gerne und muss immer an ein Gedicht von Robert Gernhardt denken, dessen Titel mir leider gerade nicht einfällt] Brügge wirklich ist. Man sollte allerdings erwähnen, dass ich bis dato keinerlei Vorstellung von dieser Stadt hatte. Und nein, ich habe den Film „Brügge sehen und sterben“ (noch) nicht gesehen.

Unsere bewährte Methode, eine neue Stadt kennenzulernen, ist eigentlich immer die gleiche: Navi anschmeißen und „Innenstadt“ als Ziel eingeben, der Rest ergibt sich quasi von allein. Meistens suchen wir uns vorher ein Museum zur zeitgenössischen Kunst heraus, das wir besuchen wollen. Nun besitzt Brügge zwar allerlei Museen, wie man der Homepage entnehmen kann, aber leider war für uns nicht ganz das Passende dabei. Deshalb haben wir uns dann wenigstens zwei andere Adressen notiert, die spannend klangen: einmal die der Mühlen, die vor dem Eingang zur Innenstadt stehen, und dann noch die der Sound Factory (dazu später mehr).

Das mit dem Parken in der Innenstadt ist (wie in vielen anderen Städten, egal ob in Deutschland, den Niederlanden oder Belgien) ja so eine Sache: In Brügge gibt es 2- und 4-Stunden-Zonen mit Parkschein. Außerdem wird P&R vom Bahnhof aus empfohlen. Naja: An solche Empfehlungen halten wir uns eigentlich nie, das ist uns immer zu umständlich, wenn wir noch fremd sind. Und da wir auch gerne mal den Parkpapst in der Tasche haben, hatten wir auch dieses Mal wieder mehr Glück als Verstand: Kostenlos, im Schatten und ohne lange zu suchen fanden wir den perfekten Parkplatz. Hier also der ultimative Parktipp für alle, die einen kleinen Fußmarsch in die Innenstadt nicht scheuen: direkt auf der Kruisvest gegenüber von den Mühlen parken. (Wichtig: Dieser Tipp ist ohne Gewähr, denn wir waren selbst so verblüfft, dass wir uns gar nicht sicher waren, ob man dort einfach stehen darf. Also an alle, die meinem Tipp folgen wollen, der Hinweis: Bitte vor Ort selbst nochmal genau prüfen, ob man nicht doch was zahlen muss! Wir haben nichts gesehen, kein Schild, keinen Parkautomaten, keine gelben Parkverbotsstreifen auf dem Boden. Aber nagelt mich bloß nicht darauf fest.)

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Von dort aus kann man sich dann (zunächst ganz entspannt) in den mittelalterlichen Stadtkern hinein treiben lassen, der im Jahr 2000 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Das kann man auch ruhig ohne Stadtplan machen, man findet die Innenstadt schon. Spätestens, wenn man die ersten Touristenströme ausmacht, weiß man, wo es langgeht. Und damit bin ich dann auch schon bei dem für mich wichtigstens Punkt: Mir war das alles viel zu voll und zu tourimäßig. Wie schon erwähnt, hatte ich ja gar keine richtige Vorstellung von Brügge, und zugegebenermaßen gehe ich solche Ausflüge immer ein wenig naiv an, denn natürlich ist das alles voller Touristen … ich bin ja schließlich auch einer. Zumal: Wenn man im Hochsommer in der ersten Schulferienwoche in eine solche Stadt fährt, was erwartet man denn da schon? Ruhe? Aber vorher denke ich an sowas immer gar nicht und bin dann doch etwas überrascht und erschlagen von all den Menschen, der Lautstärke, den ganzen Stadtführern und der Shoppingmeile.

Natürlich ist die Stadt schön: mittelalterlich, hübsche Häuschen, überall Kanäle mit kleinen Brücken und dann noch die vielen Kirchen. Aber das hat es für mich leider nicht so richtig rausgerissen. Ganz ehrlich: Die Kanäle muffen ziemlich und im Minutentakt schippern kleine Boote voller Touristen Heck an Bug darauf entlang und bekommen die älteste Brücke und die höchste Kirche erklärt. Total romantisch. Genauso romantisch sind die Kutschen, die sich ebenfalls im Minutentakt durch die Straßen schieben, während das eine Pferd dem anderen fast hinten drauf läuft. Das alles bei ca. 30 °C. Ach, es war schwierig.

Sehr gut kann ich mir vorstellen, dass die Stadt außerhalb der Saison sehr schön, romantisch und auch ruhig ist. Wir haben prima Pommes und eine hervorragende belgische Waffel gegessen. Aber vor allem haben wir die großartige Sound Factory besucht, deren Adresse wir uns ja notiert hatten. DAS ist nun aber doch wohl sowas wie ein Geheimtipp, denn wir waren dort fast die ganze Zeit ganz allein. In der obersten Etage des Konzertgebäudes gelegen kann man hier selbst Geräusche und Musik produzieren, auf Glocken klöppeln, mit GarageBand Musik komponieren und mit der interaktiven Soundskulptur „Omni“ (im Grunde sowas wie ein klassischer Sampler) jede Menge Spaß haben.

glockensound

Davon abgesehen hat man einen ganz grandiosen Blick von der Dachterasse über die Stadt. Dafür muss man beim Belfried lange anstehen und viel Geld bezahlen, hier bekommt man es dazu. Absolut empfehlenswert für alle, die in dem ganzen Trubel ein wenig Ablenkung suchen und Spaß an Musik, Tönen und Geräuschen haben.

Und das kommt dabei heraus, wenn man auf „Omni“ rumklöppelt:

omni from chris huff on Vimeo.

Alles in allem war es nicht so toll, wie ich vorher dachte, aber doch ein ganz netter Ausflug. Wir kommen vielleicht nochmal außerhalb der Ferien wieder, wenn die Stadt nicht so voll ist. Wenn ihr begeistertere Artikel über Brügge lesen wollt, dann braucht ihr eigentlich nur die Suchmaschine anschmeißen. Es gibt unheimlich viele Reiseberichte auf diversen Blogs, die alle sehr von Brügge schwärmen.